Hier finden Sie eine Sammlung von Berichten und Gedanken rund um unsere
Imkerei sowie weiterer Themen, die mit der Bienenhaltung zusammenhängen.
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Ernte Frühtracht 2022
Jürgen Fickel; veröffentlicht am 03.06.2022;
Lesedauer: ca. 1 Minute
Der Frühtracht-Honig 2022 ist geerntet.
Dieses Jahr herrschten gute Bedingungen, so daß wir eine Rekordernte von
durchschnittlich 32,4 kg pro Wirtschaftsvolk einbringen konnten.
Frühtrachthonig 2022 im Glas
Für eine Frühtracht hat der diesjährige Honig eine auffällig dunkle Farbe und
auf den ersten Blick eine geringere Geschwindigkeit bei der Kristallisation.
Vermutlich wurde schon Blatthonig und eventuell auch Honigtau von der Fichte
mit eingetragen.
Das vielfältige Aroma spricht jedenfalls dafür.
Auf jeden Fall sind wir froh, wieder einen nennenswerten Vorrat an
Frühtrachthonig zu haben.
Die nächsten Tage und Wochen zeigt sich, ob wir ihn eher cremig rühren oder
doch direkt flüssig abfüllen.
Auch für die Sommertracht sieht es heuer schon ganz gut aus – und die
Lindenblüte steht uns erst noch bevor.
Fazit 2021
Jürgen Fickel; veröffentlicht am 26.01.2022;
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das Jahr 2021 liegt hinter uns und die nächste Bienensaison steht in den
Startlöchern.
Zeit also, um auf die vergangene Saison zurückzublicken und auf die anstehende
einen Ausblick zu geben.
Soviel vorweg: 2021 war schwierig.
Zusammenfassung
Bezogen auf die Bienenhaltung war 2021 bisher unser anspruchsvollstes und
bezogen auf die Honigernte schlechtestes Jahr.
Wie die
Onlineerhebung des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen
zeigt, teilen wir dieses Schicksal mit den meisten Imkereibetrieben in
Deutschlands Südwesten.
Das Jahr begann zunächst vielversprechend, so daß wir am
20. Februar die Völker erstmals öffnen konnten.
Allerdings folgte dann kühles Wetter im März, das den Aufschwung in den Völkern
deutlich bremste.
Die Königinnen drosselten die Eiablage und in den freigewordenen Wabenzellen
lagerten die Bienen Pollen ein.
So war der Platz für neue Brut im Brutnest eingeschränkt, was das Wachstum
später wahrscheinlich bremste.
Vermutlich hätten wir gerade während der kühlen Tage im März Reizfütterungen
durchführen sollen, um das Brutgeschäft am Laufen zu halten und vor allem, um
die Polleneinlagerung zu verhindern.
Denn mehr als eine halbe Wabe (Zadant) Pollen im Brutraum ist erstens unnötig
und zweitens schlecht für den Wärmehaushalt (siehe
„Viel Pollen, viel Schwarmtrieb?!“ von Adelheid Maria Klein, bienen & natur 3/2021).
Auch im April blieb das Wetter schlecht, d. h. regnerisch und kühl.
Und windig.
Zwar trugen die Pflanzen der Jahreszeit Blüten, die produzierte Nektarmenge
dürfte aber übersichtlich geblieben sein.
Ohnehin konnten die Sammlerinnen kaum ausfliegen, um Nektar zu sammeln.
So konnten wir nur sehr wenig Frühtrachthonig ernten.
Glücklicherweise kam zumindest so viel Honig zusammen, daß sich die Bienen
selbst versorgen konnten und wir nicht zufüttern mußten.
Gerüchten zufolge sind in der Umgebung auch Bienenvölker verhungert – und das
in einer Zeit, in der normalerweise für Bienen der größte Überfluß des Jahres
an Nektar und Pollen herrscht!
Zur unbefriedigenden Trachtsituation kam eine extreme Schwarmstimmung in
praktisch allen Völkern, die sich kaum bremsen lies.
Das Brechen von Schwarmzellen hat bei vielen unserer Bienen erfahrungsgemäß nur
eine kurze verzögernde Wirkung.
In der Regel führt diese Maßnahme dazu, daß einfach noch mehr Schwarmzellen
angelegt werden.
Gleichzeitig schränken die Königinnen meist die Eiablage stark ein.
So oder so kommen wir dem Schwarmtrieb nur mit radikalen Maßnahmen wie
z. B. Fluglingbildung oder totaler Brutentnahme bei.
Das ist einerseits Arbeit, die wir gerne nicht hätten, andererseits findet das
Schwarmgeschehen für gewöhnlich mitten während der Frühtracht statt, was die
Honigleistung natürlich mindert.
Ein Faktor für den Schwarmtrieb sind Schlechtwetterphasen während der Tracht,
was praktisch für das gesamte Frühjahr 2021 zutraf.
So hatten wir im vergangenen Jahr leider so viele abgegangene Schwärme wie noch
nie.
Im Gegenzug hatten wir keine Möglichkeit selbst einen Schwarm einzufangen.
Die Hoffnung auf eine entschädigende Sommertracht oder gar Waldtracht hat sich
leider nicht erfüllt.
Denn auch der Juni und Juli war zu kalt und regnerisch.
Die Ernte war entsprechend enttäuschend.
Glücklicherweise funktionierte die Königinnenvermehrung zufriedenstellend.
Die schlechte Witterung hätte uns auch in diesem Bereich einen Strich durch die
Rechnung machen können.
So blieb es bei nur einer mangelhaft begatteten Königin.
Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal auf das Geben und Schneiden von
Drohnenrahmen verzichtet.
Dadurch konnten wir sehr viel Arbeitsaufwand reduzieren.
Außerdem ist damit ein ethisches Problem für uns entfallen.
Wir konnten nicht feststellen, daß sich die Varroasituation dadurch
verschlechtert hätte.
Wir bevorzugen stattdessen zur Varroabekämpfung totale Brutentnahme in
Kombination mit VarroMed.
Zusätzlich kam – wo notwendig – Ameisensäure zum Einsatz.
Im Dezember wurden alle Völker mit Oxalsäure beträufelt.
Ausblick 2022
Lichtmeß rückt näher.
Dies ist – warmes und trockenes Wetter vorausgesetzt – das Stichdatum, an dem
wir die Völker zum ersten Mal nach der Winterbehandlung öffnen.
Der Hauptzweck dieses Eingriffs ist, die (Thermo-)Schiede zu setzen, um
den Bienen möglichst viel Energie zu sparen, wenn sie die ersten Brutsätze
aufziehen.
Außerdem bekommen wir so einen ersten Eindruck von den Völkern und sehen, wo
ggf. Futter knapp werden könnte oder eventuell die Königin fehlt, oder oder …
Insgesamt werden wir die Betriebsweise des angepaßten Brutraumes weiterführen,
um weiter Erfahrungen damit zu sammeln.
Wir hoffen natürlich auf günstigere Umwelteinflüsse als 2021, um unter halbwegs
vergleichbaren Bedingungen die Vor- und Nachteile zu unserer alten
Betriebsweise ausmachen zu können.
Schwarmkontrolle und Schwarmverhinderung sind bis in den Juni hinein die
Hauptarbeiten bei den Bienenvölkern.
Hier eine Entlastung zu erreichen, ist ein großes Ziel für 2022.
Ein Schritt hierzu ist es, die Genetik der Völker entsprechend zu verbessern
aber auch eine andere Methode zur Schwarmverhinderung von Anfang an anzuwenden.
Diese Methode haben wir letztes Jahr leider erst angewendet, als die meisten
Völker ihrem Schwarmtrieb bereits gefolgt sind.
Bei der genannten Methode geht es darum, Ammenbienen aus den Völkern zu
entnehmen, die Schwarmtendenzen erkennen lassen.
Denn ein Treiber für die Schwarmstimmung ist ein Überschuß von Ammenbienen,
bezogen auf die Menge der zu pflegenden, offenen Brutzellen.
Diese Situation herrscht später im Frühjahr, wenn die Völker bereits trachtreif
sind und die Bruträume gut mit verdeckelter Brut und viel schlüpfenden Bienen
gefüllt sind.
Diese „Langeweile“ bei den Pflegebienen signalisiert dem Volk, mit der
Schwarmvorbereitung zu beginnen.
Die entnommenen Jungbienen eignen sich gut, um damit Pflegevölker zu bilden, in
die die Zuchtleisten für die Königinnenvermehrung gehängt werden.
Die Muttervölker verkraften das Fehlen der Jungbienen ohne Probleme.
Außerdem wird die Honigleistung nicht eingeschränkt, da die Sammelbienen ja
im Volk verbleiben und die Tracht ohnehin vorbei ist, bis die entnommenen
Jungbienen zum Sammeln bereit gewesen wären.
Unsere Quelle für diese Methode ist ein
YouTube-Video von Imker Thomas Rabold.
Überhaupt ist unsere Betriebsweise maßgeblich von ihm inspiriert.
Nun blicken wir voller Hoffnung und Vorfreude auf die bevorstehende Saison und
wünschen Ihnen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2022.
Einfach einmal „Danke“ sagen
Jürgen Fickel; veröffentlicht am 24.08.2021;
Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seit wir Bienen halten, hat sich unser Blick für die Natur und die Jahrezeiten
dramatisch verändert.
Früher war uns nicht klar, wann was blüht; inzwischen beobachten wir bei jedem
Aufenhalt draußen, was aktuell blüht und welche Insekten die Blüten
besuchen.
So ist uns durchaus aufgefallen, daß die Stadt Markdorf das ganze Jahr
hindurch Bienen und anderen Insekten etwas zu bieten hat.
Blühmischung am Bahnhof
Die Haselnußbäume, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, sind eine
willkommene Pollenquelle im zeitigen Frühjahr.
Dieser Pollen ist wichtig für die Aufzucht der ersten Brut im Januar und
Februar.
Wenig später blühen Krokusse, die in einige Grünstreifen am Straßenrand
gesetzt wurden, z. B. entlang der Gutenbergstraße oder Am Stadtgraben.
Es folgen im Frühjahr verschiedene Ahornarten und danach Kastanien.
Daneben blühen das ganze Jahr hindurch an jeder Ecke abwechselnd Blühmischungen,
später dann Lavendel und im Sommer Salbei, Sonnenhut und japanische
Perlschnurbäume.
Es gibt also ein durchgehendes Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten.
Purpur-Sonnenhut im Süden Markdorfs
Patagonisches Eisenkraut mit Biene
Das alles ist kein Zufall, sondern es hat sich jemand bei der Stadt(-gärtnerei)
Gedanken gemacht.
Und wir wollen an dieser Stelle einfach mal „Danke“ dafür sagen.
1. Freiburger Insektenforum
Magdalena Ulmer; veröffentlicht am 01.07.2021;
Lesedauer: ca. 1 Minute
Am 17. Juni 2021 veranstaltete das CVUA Freiburg das
1. Freiburger Insekten-Forum.
Ich durfte in diesem Rahmen die Möglichkeiten zur Verwertung von
Drohnenbrut als Lebensmittel vorstellen.
Außerdem zeigte ich auf, welche Fragestellungen für die offizielle
EU-Zulassung als Lebensmittel noch beantwortet werden müssen.
Der Finnische Imkerbund hatte bereits 2018 für die Drohnenbrut den
Antrag auf neuartiges Lebensmittel bei der EFSA eingereicht.
Diese verlangte nun einige Nachweise, die für den Prüfprozess notwendig sind.
Es gibt also noch sehr viel Bedarf für künftige Forschungen an dem Thema.
Wer Ideen oder Anmerkungen dazu hat, darf sich gerne melden.
Frühlingserwachen
Jürgen Fickel; veröffentlicht am 10.04.2021;
Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach den ersten warmen Tagen des Jahres haben wir am 20. Februar die Völker
erstmals geöffnet.
Die zweizargig überwinterten Völker haben wir auf eine Zarge eingeengt, den
Brutraum zusätzlich mit Sperrholzschieden auf die vorhandene Brutfläche
begrenzt und sichergestellt, daß in jedem Volk ausreichend viele Futterwaben
hinter den Schieden vorhanden sind.
Die zweite Kontrolle Ende März hat gezeigt, daß die Völker wesentlich weniger
Brut als erwartet angelegt haben.
Außerdem war viel Pollen auf den teils leeren Brutwaben im Wärmebereich
eingelagert.
Entnahme überschüssiger Futterwaben (28.03.2021)
Heute wagen wir es, die Honigräume aufzusetzen.
Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist sehr durchwachsen, aber die
Völker haben inzwischen viele Bienen und benötigen Platz.
An den schönen Tagen tragen sie eine Menge Nektar ein.
Wir vertrauen darauf, daß die Bienen mit den Wetterkapriolen zurechtkommen.
Es kann losgehen (vor der Frühjahrsrevision, 20.02.2021)